Zukunftsthema Sport & Technik

Die Leistungsspange ist das höchste in der Jugendfeuerwehr zu erreichende Abzeichen und fester Bestandteil der Jugendfeuerwehrarbeit auf allen Ebenen vom Dachverband bis zur Gemeindejugendfeuerwehr.

Die Vorbereitung der Jugendgruppe auf die Abnahme bedarf umfangreichen Wissens durch die Betreuer sowohl im feuerwehrtechnischen als auch im sportlichen Bereich. Der „Pilotlehrgang Leistungsspange“ vom 03.-04. Mai in Friesenheim griff präsente Fragestellungen zum korrekten und effektiven Training auf die sportlichen Testitems auf und gab die Erfahrungen zu Fehlern des feuerwehrtechnischen Teils weiter.

 

„Nach der STATT-Studie im Jahr 2002 wurde 2006 die Aktion Fit-For-Fire-Fighting initiiert. Als jugendlicher Pendant hierzu rief die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg das Projekt S-MOVE ins Leben, welches bis ins Jahr 2011 in vier Veranstaltungen mehrere tausend Teilnehmer erreichte. In den Jahren 2012 und 2013 widmet sich das Fachgebiet Veranstaltungen, in dem auch der Sport verortet ist, eher der inhaltlichen Arbeit – Sport soll für die Jugendfeuerwehren im Land nicht nur erlebbar, sondern auch vermittelbarer werden. Wir sehen es als unsere Aufgabe, unseren Betreuern und Betreuerinnen im Land konkrete Handlungsanleitungen zu geben – denn schließlich sind wir Feuerwehrleute und keine Leistungssportler. Ein Beitrag zum Folienprogramm des Fachgebiets Feuerwehrtechnik sowie die Broschüre ‚Fit und Gesund in der Jugendfeuerwehr‘ ergänzen die Broschüre zum Projekt S-MOVE.

In Kürze liefert ein zweiteiliger Beitrag im HYDRANT Ideen für gesundes Kochen in Jugendgruppen in Zeltlagergröße. Im sportlichen Teil dieses Lehrgangs wollen wir erfahren, wie wir unsere Jugendgruppen in angemessenem Rahmen auf das Kugelstoßen und den Staffellauf der Leistungsspange vorbereiten können.“ so Dominic Gißler, Fachgebietsleiter Veranstaltungen. Karlheinz Thoma, Fachgebietsleiter Wettbewerbe, erläutert die Idee des feuerwehrtechnischen Teils des Lehrgangs folgendermaßen: „Leider sind in den vergangenen Jahren verhältnismäßig mehr Jugendgruppen bei ihren Leistungsspangenabnahmen durchgefallen als früher. Bei genauerer Betrachtung liegt die Ursache weniger in der mangelnden Leistungsfähigkeit der Jugendlichen, sondern an der falschen Vorbereitung. Dies ist für uns Anlass, in diesem Lehrgang auf die häufigsten Vorbereitungsfehler hinzuweisen und Tipps zu geben, wie man seine Jugendgruppe besser vorbereiten kann.“

Der Anreise und dem Abendessen schlossen sich die Vorstellungsrunde der 21 Teilnehmer und zwei Ausbilder an. Das Ergebnis der Abfrage wer ‚früher‘ selbst die Leistungsspange absolviert hatte, überraschte: Acht Teilnehmer haben die Leistungsspange nicht absolviert. Zufriedenstellend war der hohe Grad der Qualifikationen durch Jugendgruppenleiterlehrgänge und Neigungslehrgänge. Die Intention, der Mehrwert, die große Tradition und schließlich der grundlegende Aufbau des höchsten Abzeichens der Jugendfeuerwehr füllten den Abend, welcher immer mehr in einen lockeren Erfahrungsaustausch überging.

Wilhelm Seigel, Spitzentrainer der Leichtathletik-Gemeinschaft Offenburg, füllte den Samstagmorgen des Lehrgangs in der Sporthalle: „Ein Trainer braucht eine Philosophie. Training ist für mich keine Arbeit, sondern eine freiwillige große Anstrengung mit deutlichem Spaßfaktor um ein Ziel zu erreichen.“ Die Frage, wie man in der Vorbereitungszeit auf die Abnahme der Leistungsspange spielerisch Sprint, Ausdauer, Staffellauf und Kugelstoßen trainiert, beantwortete Seigel, dessen Athleten bereits an olympischen Spielen teilnahmen, zur vollsten Zufriedenheit der Teilnehmer: „Das war anstrengender als ich dachte – aber ich hab es gar nicht gemerkt.“ „Endlich weiß ich, wie ich meinen Jugendlichen die richtige Technik beibringen kann – in der Schule lernen die das nämlich nicht.“ Jutta Schmid von der Unfallkasse Baden-Württemberg überbrachte die Grüße des Unfallversicherers der Feuerwehren.

Der musterhafte Aufbau einer Unterrichtseinheit, das Aufstellen eines Projektplans für die Vorbereitungszeit sowie ein Exkurs zur Motivation von Kindern und Jugendlichen bereitete auf den zweiten Teil des Nachmittages vor: Eine – wohlbemerkt unerfahrene – Jugendgruppe der Friesenheimer Jugendfeuerwehr wurde von ihren Betreuern auf die Schnelligkeitsübung vorbereitet. Die Lehrgangsteilnehmer nahmen als Beobachter an der Unterrichtseinheit teil. Im anschließenden Feedbackgespräch brachten alle Teilnehmer – und auch die Jugendlichen – ihre Wahrnehmungen ein. „So viele gute Ideen zur Methodik, zur Kommunikation mit der Gruppe und die besten Tipps überhaupt.“ Christian war begeistert.

In der abschließenden Runde wurde deutlich, dass die Erwartungen der Teilnehmer mehr als erfüllt wurden. Aufgrund der positiven Resonanz und der Erkenntnis des Bedarfs ist angedacht, dem Pilotlehrgang als festen Bestandteil ins Lehrgangsprogramm zu überführen.